Sprungbrett Schulabschluss für Deine Zukunft

Ein Programm der Off Road Kids Stiftung für junge Volljährige ohne Schulabschluss

Zielgruppe

Zielgruppe

Entkoppelte junge Menschen i.d.R. zwischen 18 und 25 Jahren

  • ohne Schulabschluss oder mit einem nicht verwertbaren, sehr schlechten Schulabschluss
  • in prekären Lebenslagen (Obdachlosigkeit, drohende Wohnungslosigkeit)
  • mit geringer Aussicht auf eine berufliche Ausbildung
  • mit sehr hohem Begleitungs- und Unterstützungsbedarf

In Deutschland hat etwa ein Drittel der jungen Menschen (U25), die in verdeckter oder tatsächlicher Obdachlosigkeit leben, keinen Schulabschluss und daher keinen direkten Zugang zu Ausbildungsplätzen (vgl. Studie „Entkoppelt vom System“, Deutsches Jugendinstitut DJI 2015). Reguläre, jährlich stattfindende, starre Schulkurse sind für diese entkoppelten jungen Menschen kaum geeignet, da sie mitunter lange Wartezeiten (bis zum Beschulungsbeginn im September) verursachen und weder die gesellschaftliche Integration sozialpädagogisch begleiten und entwickeln noch den individuellen Bildungsstand und die individuelle Lerngeschwindigkeit und Schulängste berücksichtigen.

Ein Drittel junger Obdachloser unter 25 Jahren und junger Menschen, die als „Sofahopper“ bei mehr oder minder guten Bekannten in verdeckter Obdachlosigkeit leben, verfügen über keinen Schulabschluss und haben daher nur geringfügige Aussichten auf eine Berufsausbildung. Der Zugang zum Ersten Arbeitsmarkt ist für diese Gruppe junger Menschen nahezu verschlossen. Hierdurch erhöht sich das Risiko, dass diese jungen Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen landen, in die Kriminalität oder Prostitution abrutschen und dauerhaft erkranken (Sucht, Depressionen). Die Off Road Kids Stiftung hat bereits früh auf diese stark benachteiligte Zielgruppe hingewiesen und die 2015 durch das Deutsche Jugendinstitut DJI und die Vodafone Stiftung Deutschland veröffentlichte Studie „Disconnected Youth – Entkoppelt vom System“ initiiert. Laut DJI muss in Deutschland von rund 40.000 jungen Menschen ausgegangen werden, die von Schule, Ausbildung, Jugendämtern, Jobcentern und Familien entkoppelt sind.

Für diese jungen Menschen (U25), die nicht mehr der Schulpflicht unterliegen, stehen im Rahmen der bislang bestehenden Hilfestrukturen wenige oder unzureichende Lösungswege zur Verfügung, um ihnen neben der Stabilisierung der Lebenssituation auch eine rasche Rückkehr zur schulischen Bildung zu ermöglichen. Meist sind Regel- und Abendschulen oder andere statisch ablaufende schulische Bildungsmaßnahmen der öffentlichen Träger nicht die geeigneten Lösungen für die genannte Klientel. So können institutionalisierte Strukturen, obligatorische Gruppenkontexte, lange Wartezeiten und feste Beschulungszeiträume bei dieser Zielgruppe erfahrungsgemäß kontraproduktiv wirken. Das Gelingen dieser Integration erfordert unter Berücksichtigung der schwierigen (Lern-)Biographien eine individuell auf Bildungsstand und Lerngeschwindigkeit angepasste Beschulungsform. PREJOB ist auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe ausgerichtet.

Akut bestehende Obdachlosigkeit geht oft mit einer unzureichenden oder oft gänzlich fehlenden, formalen Schulbildung einher. Schul- und Sozialphobien und andere psychische Problemlagen erschweren die Integration in bestehende Regelsysteme zusätzlich. Verschärfend kommt hinzu, dass Zugänge zu den wenigen Angeboten auf dem zweiten Bildungsweg teilweise durch weitere Bedingungen erschwert werden wie beispielsweise die Voraussetzung einer beruflichen Tätigkeit innerhalb der letzten sechs Monate. Dies bedeutet für die Mehrheit unserer Klientel einen Ausschluss, da 90% über keinen oder nur einen sehr schlechten Schulabschluss verfügen.

Im Rahmen der Perspektivenrecherche und vor allem in Bezug auf die „Rückfallquote“ wird deutlich, dass eine berufliche Perspektive eine Grundbedingung für eine weitere positive persönliche Entwicklung darstellt.

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